Logistikbranche warnt vor Kollaps durch explodierende Dieselpreise in Deutschland
Bekir KochLogistikbranche warnt vor Kollaps durch explodierende Dieselpreise in Deutschland
Vier große Logistikverbände in Deutschland haben die Bundesregierung aufgefordert, unverzüglich gegen die stark gestiegenen Dieselpreise vorzugehen. Der dringende Appell kommt zu einer Zeit, in der Transportunternehmen, Kurierdienste und Möbelspediteure mit explodierenden Kosten kämpfen, die die Lieferketten gefährden. Branchenvertreter betonen, dass kurzfristige Entlastungen – und keine langfristigen Subventionen – nötig seien, um den Sektor in dieser Krise zu stabilisieren.
Zwischen Oktober 2025 und März 2026 stiegen die Dieselpreise in Deutschland von etwa 1,65 Euro pro Liter auf 1,72 Euro, was einem Anstieg von rund 4 Prozent entspricht. Zwar liegt dieser Zuwachs im Einklang mit den Entwicklungen in den Niederlanden (3,6 Prozent) und Italien (3,6 Prozent), bleibt aber hinter dem französischen Preissprung von 5,6 Prozent zurück. Polen verzeichnete hingegen einen Rückgang um 2,6 Prozent, sodass sich Deutschland im Mittelfeld der europäischen Kraftstoffkosten bewegt.
Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BPEX), der Bundesverband Möbeltransport und Logistik (AMÖ) sowie der Bundesverband Contract Logistik und Güterverkehr (BWVL) warnen einheitlich vor einer massiven Belastung der Branche. Unternehmen sehen sich zunehmend mit der Herausforderung konfrontiert, die stark gestiegenen Energiekosten mit der Aufrechterhaltung reibungsloser Lieferketten in Einklang zu bringen.
Die Verbände bestehen darauf, dass staatliche Maßnahmen zeitlich begrenzt und zielgerichtet sein müssen. Entlastungen sollten ihrer Ansicht nach lediglich die Mehreinnahmen des Staates aus höheren Kraftstoffsteuern und der CO₂-Bepreisung ausgleichen – nicht jedoch dazu führen, dass der Staat auf Kosten von Unternehmen und Steuerzahlern zum Nettoprofitierer wird.
Die Logistikbranche spielt eine entscheidende Rolle für die Versorgung von Wirtschaft und öffentlicher Hand. Ohne schnelles Handeln könnte der aktuelle Preisschub bei Diesel den Betrieb in Transport, Kurier- und Frachtgewerbe empfindlich stören. Die Regierung steht nun unter Druck, noch vor einer weiteren Zuspitzung der Lage zu reagieren.






