Wirtschaftsexperte Truger warnt vor Preisschock durch Golfkonflikt und fordert radikale Maßnahmen
Franz-Xaver OderwaldWirtschaftsexperte Truger warnt vor Preisschock durch Golfkonflikt und fordert radikale Maßnahmen
Deutschlands führender Wirtschaftsexperte Achim Truger warnt vor einem drohenden Preisschock durch den Golfkonflikt. Als Reaktion schlägt er eine Reihe mutiger makroökonomischer Maßnahmen vor, um übermäßige Preisanstiege zu verhindern und die Wirtschaft zu stabilisieren. Seine Empfehlungen veröffentlichte er kürzlich in einem Artikel für das Magazin Surplus.
Kernpunkt von Trugers Vorschlägen ist die vorübergehende Aussetzung der strengen Schuldenbremse in Deutschland. Er plädiert dafür, die Notfallklausel zu aktivieren, um gezielte, zeitlich befristete finanzpolitische Hilfen zu ermöglichen. Damit ließen sich Maßnahmen wie ein steuer- und sozialabgabenfreier Inflationsausgleichsbonus finanzieren.
Um die Belastung der Haushalte zu verringern, fordert Truger die Wiedereinführung von Preisobergrenzen für Grundgüter wie Gas, Öl und Strom. Diese "intelligent gestalteten" Preisbremse solle unkontrollierte Kostensteigerungen verhindern, ohne die Gesamtwirtschaft zu destabilisieren. Zudem rät er der Europäischen Zentralbank, auf unnötige Zinserhöhungen zu verzichten, die die finanzielle Lage weiter verschärfen könnten.
Über nationale Maßnahmen hinaus betont Truger die Notwendigkeit einer EU-weiten Unterstützung. Während der COVID-19-Pandemie hatte die Union schwächeren Volkswirtschaften mit dem 750-Milliarden-Euro-Fonds NextGenerationEU unter die Arme gegriffen, der unter anderem Zuschüsse und Fördermittel für die ländliche Entwicklung umfasste. Truger schlägt nun ein ähnliches Instrument vor, um Mitgliedstaaten mit begrenztem finanziellen Spielraum zu helfen. Zudem empfiehlt er eine gemeinsame Initiative von Regierungen und Sozialpartnern, um eine schädliche Lohn-Preis-Spirale zu verhindern.
Ohne Gegenmaßnahmen, warnt Truger, drohe die aktuelle Krise die globale Wirtschaft weiter zu destabilisieren. Seine Vorschläge zielen darauf ab, Haushalte und Unternehmen vor explodierenden Preisen zu schützen und gleichzeitig die wirtschaftliche Stabilität zu wahren. Dazu gehören Flexibilität bei den Schuldenregeln, direkte finanzielle Entlastungen und koordinierte EU-Hilfen. Werden sie umgesetzt, könnten sie eine strukturierte Antwort auf den bevorstehenden Preisschock bieten.






