"Miss Germany"-Finale: Zwei Frauen mit Hijab brechen mit Klischees – und ernten Hass
Türkan Margraf"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany"-Finale: Zwei Frauen mit Hijab brechen mit Klischees – und ernten Hass
Deutschlands "Miss Germany"-Wettbewerb findet an diesem Wochenende statt – doch in diesem Jahr sorgt die Veranstaltung nicht nur wegen der Krönung einer Siegerin für Schlagzeilen. Unter den neun Finalistinnen befinden sich zwei Frauen, die wegen ihres Tragens eines Hijabs mit massiver Kritik konfrontiert sind. Kritiker behaupten, sie seien "nicht deutsch genug". Die Veranstalter betonen jedoch, dass es beim Wettbewerb längst nicht mehr um Schönheit gehe, sondern um die Suche nach zukünftigen Führungspersönlichkeiten und erfolgreichen Gründerinnen.
Im Finale treten neun Frauen an, darunter eine Biologin und eine Pressesprecherin der Bundeswehr. Sechs von ihnen haben Führungspositionen inne oder sind mit unternehmerischen Initiativen verbunden. Die Teilnehmerinnen sind in drei Kategorien unterteilt: Female Founders (Abina Ntim, Amelie Reigl, Büsra Sayed) und Female Leaders (Anne Bäumler, Amina Ben Bouzid, Paula Daub).
Die beiden Finalistinnen mit Hijab, Büsra Sayed und Amina Ben Bouzid, sehen sich einer Flut negativer Kommentare ausgesetzt – vor allem von Männern. Beide berichten von rassistischen und sexistischen Anfeindungen, seit sie ins Finale eingezogen sind. Trotz der Angriffe bleiben sie entschlossen und betrachten ihre Teilnahme als Chance, Klischees zu durchbrechen und anderen Frauen den Weg zu ebnen.
Sayed und Ben Bouzid weisen Vorwürfe, sie gehörten nicht dazu, entschieden zurück. Sie bestehen darauf, Deutsch zu sein, und hinterfragen enge Vorstellungen davon, was es bedeutet, das Land zu repräsentieren. Ihre Präsenz hat eine breitere Debatte über Identität, Zugehörigkeit und die sich wandelnden Werte des Wettbewerbs ausgelöst.
Der "Miss Germany"-Wettbewerb konzentriert sich heute auf Führungskompetenz und Unternehmergeist statt auf klassische Schönheitsideale. Die diesjährige Ausgabe zeigt dabei sowohl Fortschritt als auch anhaltende Vorurteile. Die Siegerinnen werden nach einem Wochenende voller Wettbewerbe gekürt – mit Sayed und Ben Bouzid als Symbolfiguren für Widerstandsfähigkeit angesichts von Kritik.