Mutige Retter verhindern Bahn-Tragödie am Braunschweiger Hauptbahnhof
Franz-Xaver OderwaldMutige Retter verhindern Bahn-Tragödie am Braunschweiger Hauptbahnhof
Ein 22-jähriger Mann hat einen Suizidversuch am Braunschweiger Hauptbahnhof überlebt, nachdem zwei Passanten ihn im letzten Moment von den Gleisen gezogen hatten. Der Vorfall ereignete sich nur Augenblicke, bevor ein herannahender Zug die Stelle passierte. Rettungskräfte versorgten den Mann später wegen leichter Verletzungen und brachten ihn ins Krankenhaus.
Der junge Mann war in einem verzweifelten Akt auf die Bahngeleise gesprungen. Nur knapp entging er einer Kollision mit dem Zug, blieb jedoch mit leichten Verletzungen auf den Schienen liegen. Eine 26-jährige Frau und ein 31-jähriger Mann aus Salzgitter eilten zu Hilfe, zogen ihn rechtzeitig in Sicherheit, bevor der Zug eintraf.
Ein Beamter der Bundespolizei traf kurz darauf am Ort des Geschehens ein, um Unterstützung zu leisten. Der Verletzte wurde von Rettungssanitätern untersucht und zur weiteren Behandlung in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Martin Kröger, Leiter der Bundespolizeiinspektion Hannover, lobte später den Mut der beiden Retter und bezeichnete ihr Handeln als schnell und selbstlos.
Die Behörden warnen seit Langem vor den Gefahren, die vom Betreten von Bahnanlagen ausgehen. Zwar liegen für 2023 keine offiziellen Zahlen zu Suizidversuchen auf deutschen Gleisen vor, doch frühere Studien unterstreichen die Risiken. Europäische Daten aus dem Jahr 2020 verzeichneten 35 Suizidversuche im Schienenverkehr auf dem Kontinent, und eine deutsche Analyse ergab 56 Fälle innerhalb von 18 Monaten in den Jahren 2020 bis 2021.
Durch das schnelle Eingreifen der Passanten konnte eine Tragödie verhindert werden. Der Verletzte erhielt medizinische Versorgung, und die Polizei rief die Bevölkerung dazu auf, sich nicht in der Nähe von Bahnstrecken in Gefahr zu bringen. Die Warnung ist Teil der laufenden Bemühungen, Bahnunfälle zu reduzieren.