07 April 2026, 14:46

Neue Gedenktafel in Sobibor erinnert an 155 ermordete Juden aus Halle

Plaque an einer Gebäudewand mit der Inschrift "Plaque für die Opfer des Holocaust" in fetter Schrift, eingerahmt von einem dekorativen Rahmen.

Neue Gedenktafel in Sobibor erinnert an 155 ermordete Juden aus Halle

Bald erinnert eine neue Gedenktafel an 155 jüdische Opfer aus Halle, die nach Sobibor deportiert und ermordet wurden

Junge Aktivist:innen aus der Stadt haben das Projekt vorangetrieben und die Mittel durch Schrottmetallsammlungen und Spenden aufgebracht.

Die Gestaltung der Tafel, entwickelt gemeinsam mit dem Comic-Künstler Nils Oskamp, zeigt zwei Hände – eine große und eine kleine –, die zueinander greifen. Ein kraftvolles Symbol für Verbindung und Verlust.

Die Initiative entstand im Rahmen des Projekts "Tagebuch der Gefühle", bei dem sich junge Teilnehmer:innen mit dem Leben jüdischer Familien aus Halle während der Schoa auseinandersetzten. Sie recherchierten Biografien der Opfer und verfassten persönliche Reflexionen, um die Vergangenheit besser zu verstehen.

Die künstlerische Darstellung der Tafel ist tiefgründig: Die größere Hand steht für Familien wie die Baers und die Sachs, die einander bis zuletzt unterstützten. Die kleinere Hand symbolisiert die 16 Monate alte Chana Baer, das jüngste bekannte Opfer aus Halle. Ein ortsansässiger Steinmetz fertigt die Tafel an – vollständig finanziert durch das Engagement der Aktivist:innen.

Für Juni 2026 ist bereits eine Bildungsreise nach Sobibor geplant. Die Gruppe wird den Ort besuchen, die fertige Gedenktafel sehen und sich weiter mit der Geschichte beschäftigen.

Die Tafel wird im Gedenkbereich des ehemaligen Lagers installiert und sorgt dafür, dass die Geschichten der Opfer für kommende Generationen bewahrt bleiben. Sie ist ein dauerhaftes Denkmal für die 155 jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus Halle, die in Sobibor ermordet wurden.

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Durch Spendensammlungen, Recherche und Kunst haben die jungen Aktivist:innen eine bedeutungsvolle Verbindung zwischen ihrer Stadt und dieser tragischen Geschichte geschaffen. Das Projekt umfasst zudem ein langfristiges Bildungsengagement – mit weiteren geplanten Besuchen der Gedenkstätte.

Quelle