Nordhorn ringt um dringend benötigte Kinderbetreuungsplätze für Hunderte Familien
Türkan MargrafNordhorn ringt um dringend benötigte Kinderbetreuungsplätze für Hunderte Familien
Nordhorn kämpft mit stark steigender Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen
In diesem Jahr sieht sich Nordhorn einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder gegenüber. Zwar hat die Stadt in den vergangenen fünf Jahren die Anzahl der Krippenplätze verdoppelt, doch viele Familien stehen weiterhin auf Wartelisten. Verschärft wird die Situation durch aktuelle Änderungen bei den Schulaufnahmebestimmungen sowie Gebührenreduzierungen, die den Druck auf die lokalen Einrichtungen weiter erhöhen.
Der Stadtrat hat bereits Maßnahmen ergriffen, um den Mangel zu lindern. Im Januar wurden die Gebühren für Kindergarten- und Krippenplätze gesenkt. Zudem soll im Stadtteil Deegfeld eine neue große Einrichtung entstehen, die drei Krippengruppen und zwei Regelgruppen umfassen wird. Die Bauarbeiten sollen im Januar 2019 beginnen.
Auch ein bestehender Kindergarten wird erweitert – durch die Einrichtung einer zusätzlichen Krippengruppe. Trotz dieser Bemühungen fehlen jedoch weiterhin etwa 130 Plätze für Kinder über drei Jahren, während rund 300 unter Dreijährige auf Wartelisten verbleiben. Die Verwaltung sucht nun nach weiteren Standorten, um die Kapazitäten auszubauen.
Ein Teil des Problems geht auf eine kürzliche Novelle des Niedersächsischen Schulgesetzes zurück. Eltern können den Schulbeginn ihrer Kinder nun um ein Jahr hinauszögern, wodurch mehr Kinder länger im Kindergarten bleiben. Zudem hat der Plan des Landes, die Gebühren für die ersten beiden Kindergartenjahre zu erlassen, zu einem deutlichen Anstieg der Anmeldungen geführt.
Seit 2017 hat Nordhorn die Anzahl der Krippenplätze von 180 auf 360 verdoppelt. Dennoch übersteigt die Nachfrage weiterhin das Angebot. Die laufenden Erweiterungen und Neubauten der Stadt zielen darauf ab, diese Lücke zu schließen – doch viele Familien müssen weiterhin auf einen Betreuungsplatz warten.