07 May 2026, 10:24

NRW-Polizei rüstet sich mit OSINT für digitale Ermittlungen auf

Ein Mann im Anzug und Krawatte lächelt in die Kamera mit einem Logo und Text auf der rechten Seite, einschließlich des Satzes "Teil des Strong Cities Netzwerks zu sein bedeutet, Zugang zu Wissen und Werkzeugen zu haben, um gewalttätigen Extremismus herauszufordern."

NRW-Polizei rüstet sich mit OSINT für digitale Ermittlungen auf

Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive für digitale Ermittlungen

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten bei Online-Ermittlungen deutlich auszubauen. Im Mittelpunkt steht die Open-Source-Intelligenz (OSINT), mit der Beamte darin geschult werden, digitale Spuren aus öffentlich zugänglichen Plattformen zu sichern. Sechs spezialisierte Einheiten unterstützen mittlerweile die Landesicherheit mit schnellen OSINT-Analysen für dringende Einsätze.

Den Ausbau der Kapazitäten leitete Anfang September 2024 das Projekt „Digitale Streife“ ein. Im Rahmen dieser Maßnahme wurden zehn neue Ermittler beim Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf eingestellt, hinzu kamen fast 100 weitere Kräfte in sechs Regionalbehörden. Fabian Coenen (42), Leiter der Abteilung 22.2 beim LKA, koordiniert dort ein Team, das sich auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität spezialisiert hat. Die Einheit ist von einst zwei Mitarbeitern auf 16 Fachleute angewachsen – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler.

Ein zentraler Baustein der Initiative ist die Ausbildung. Marc Restemeyer (37), Dozent an der Landesakademie für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss, leitet das Schulungsprogramm. Er entwickelt standardisierte Lehrgänge mit interaktiven Videos und Praxisübungen, um OSINT-Kompetenzen systematisch aufzubauen. Seine Arbeit stellt sicher, dass sowohl neue LKA-Rekruten als auch Beamte der „Digitalen Streifen“ ein einheitlich hohes Ausbildungsniveau erreichen.

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Zu den ersten Teilnehmern gehört Jannik Doktorowski (39), Kriminalhauptkommissar aus Bielefeld. Der erfahrene Staatsschützer betont die fortschrittlichen Methoden, die im Programm vermittelt werden. Das Ziel ist klar: Die Polizei soll in die Lage versetzt werden, öffentlich verfügbare digitale Informationen zielgerichtet zu erfassen und auszuwerten.

Die OSINT-Offensive bedeutet einen deutlichen Modernisierungsschub für die nordrhein-westfälische Polizei. Fast 100 Beamte durchlaufen nun eine Spezialausbildung, während das erweiterte LKA-Team bei kritischen Ermittlungen unterstützt. Die Initiative soll sicherstellen, dass die Behörden schneller und effektiver auf digitale Bedrohungen und Straftaten reagieren können.

Quelle