26 February 2026, 11:30

Ostdeutscher Fußball zwischen Niedergang und zaghafter Hoffnung

Ein altes Buch mit einer detaillierten Karte von Leipzig, Deutschland, das Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt.

Ostdeutscher Fußball zwischen Niedergang und zaghafter Hoffnung

Ostdeutscher Fußball heute im Absturz – und erste Anzeichen der Erholung

Seit der Wiedervereinigung 1990 erlebt der ostdeutsche Fußball heute einen steilen Niedergang. In seinem neuen Buch "Abgestiegen" zeichnet Mathias Liebing diesen Verfall nach, zeigt aber auch Hoffnungsschimmer auf – etwa durch die Arbeit von Vereinen wie dem FC Carl Zeiss Jena. Der Kollaps begann bereits Ende 1989, als Spitzenspieler in einer Massenflucht zu westdeutschen Teams wechselten.

Die Krise spitzte sich im Herbst 1989 zu, als die besten Fußballer der DDR in einem als "Ausverkauf" bezeichneten Exodus in den Westen abwanderten. Viele schlossen sich Bundesligavereinen an und entzogen der Region so ihr sportliches Rückgrat. Dieser Aderlass schwächte die Liga nachhaltig und hinterließ tiefe Narben im ostdeutschen Fußball heute.

Von den 14 Mannschaften der letzten Oberliga-Saison (1990/91) spielt heute nur noch der 1. FC Magdeburg im Profifußball. Die meisten traditionsreichen Clubs vegetieren in unteren Ligen vor sich hin, kämpfen mit finanziellen Engpässen und schwindender Unterstützung.

Der FC Sachsen Leipzig, einst als Nachfolger der BSG Chemie nach der Wende gegründet, meldete schließlich Konkurs an. 2009 übernahm der neu gegründete RB Leipzig dessen Spielrecht und Nachwuchsabteilung – der ursprüngliche Verein löste sich auf, ein weiterer Verlust für das Erbe des ostdeutschen Fußballs heute.

Die Folgen der Wiedervereinigung sind bis heute spürbar: Finanzielle Instabilität, geschwächte Strukturen und ein Verlust der Identität prägen den Fußball in der Region nach wie vor.

Liebing dokumentiert in seinem Buch eine bewegte, von Rückschlägen geprägte Geschichte, zeigt aber auch Initiativen zur Wiederbelebung auf. Vereine wie der FC Carl Zeiss Jena stehen für Widerstandsfähigkeit. Doch mit nur noch einem ehemaligen Oberliga-Club im Profibereich bleibt der Weg der Erholung lang und ungewiss.