Parkuhren-Betrug in Kempten: 1,9 Millionen Euro über Jahre veruntreut
In Kempten im Allgäu läuft derzeit ein Prozess gegen einen 40-jährigen städtischen Mitarbeiter und seine 38-jährige Ehefrau. Das Paar wird beschuldigt, fast 1,9 Millionen Euro aus kommunalen Parkuhren veruntreut zu haben. Die Ermittlungen ergaben, dass der Betrug über ein Jahr lang unentdeckt blieb, bis Banken im November 2025 verdächtige Transaktionen meldeten.
Der Angeklagte, der für die Wartung der Parkuhren zuständig war, soll über einen Zeitraum von etwa 18 Monaten Bargeld aus den Automaten entwendet haben. Ab Anfang 2024 entleerte er die Geräte systematisch, statt die Einnahmen wie vorgeschrieben abzuliefern. Seine Frau soll ihm geholfen haben, das Geld zu waschen, indem sie es auf verschiedene Konten einzahlte oder in Supermärkten gegen Geschenkgutscheine eintauschte.
Der Betrug blieb lange unbemerkt, bis Finanzinstitute im Spätherbst 2025 ungewöhnliche Geldbewegungen registrierten. Die Behörden deckten daraufhin Hunderte von Vorfällen im Zusammenhang mit den Machenschaften des Paares auf. Einige der Taten liegen jedoch außerhalb der gesetzlichen Verjährungsfrist und können nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden.
Nach den Festnahmen ließ die Stadt Kempten das gesamte Parksystem überprüfen. Sämtliche Schlösser der Parkuhren wurden ausgetauscht, und die Wartungsarbeiten wurden an ein externes Unternehmen übertragen. Unterdessen beantragen die Staatsanwälte die Einziehung der gesamten gestohlenen Summe.
Beide Angeklagte befinden sich seit ihrer Verhaftung in Untersuchungshaft. Der Prozess dauert an, während weitere Details über das Ausmaß der kriminellen Handlungen ans Licht kommen.
Der Fall hat zu einer Verschärfung der Kontrollen im Parkgebührensystem von Kempten geführt. Die Behörden haben bereits Maßnahmen ergriffen, um künftige Missbräuche zu verhindern, unter anderem durch die Auslagerung der Wartungsarbeiten. Das Urteil wird zeigen, ob das Paar die vollen 1,9 Millionen Euro zurückerstatten muss.






