17 March 2026, 02:22

Petrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 – und schreibt Kunstgeschichte

Gemälde von Wassily Kandinsky in einem klassischen Rahmen an einer Wand.

Petrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 – und schreibt Kunstgeschichte

Der kosovarische Künstler Petrit Halilaj hat den Nasher-Preis 2027 gewonnen und ist mit 39 Jahren der jüngste Preisträger in der Geschichte der Auszeichnung. Der seit 2015 verliehene renommierte Preis ging noch nie zuvor an einen Künstler vom Balkan. Halilaj plant, das Preisgeld in Höhe von 100.000 US-Dollar in die Hajde!-Stiftung zu investieren, die Kunst und Kultur im Kosovo fördert.

Halilaj wuchs während des Kosovo-Konflikts der 1990er-Jahre auf. Mit 13 Jahren wurde sein Elternhaus von serbischen Truppen niedergebrannt. Seine Zeichnungen aus der Kriegszeit, die seine frühen Erfahrungen widerspiegeln, wurden später in der Tate St Ives in England ausgestellt.

Sein künstlerisches Schaffen verbindet oft kindliche Unschuld mit den grausamen Realitäten des Krieges. Ein bekanntes Projekt verwandelte Kritzeleien von Schulkindern vom Balkan in Bronzeskulpturen, die im Metropolitan Museum of Art in New York gezeigt wurden. Kürzlich inszenierte er Syrigana, eine interdisziplinäre Oper im Kosovo, die einem Brandanschlag zum Opfer fiel und später neu aufgeführt wurde.

Die von Halilaj mitgegründete Hajde!-Stiftung restauriert derzeit das Kulturhaus in seiner Heimatstadt. Das Kunstzentrum, dessen Wiedereröffnung für 2027 geplant ist, soll als kreativer Treffpunkt für die Region dienen. Bisherige Preisträger des Nasher-Preises kamen unter anderem aus Nigeria, den USA und dem Iran – Halilaj ist der erste Künstler vom Balkan, der diese Ehre erhält.

Die 100.000 US-Dollar fließen direkt in die Arbeit der Hajde!-Stiftung. Halilajs Auszeichnung lenkt zudem weltweite Aufmerksamkeit auf die Kunstszene des Kosovo. Die Wiederbelebung des Kulturhauses markiert einen wichtigen Schritt für den kulturellen Wiederaufbau der Region.

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