18 February 2026, 09:04

Plastik im Biomüll: Warum Niedersachsens Kompostwerke weiterhin mit Verunreinigungen kämpfen

Ein grüner Recycling-Eimer voller Plastik und Dosen steht auf einem weißen Boden, mit einem Plakat im Hintergrund.

Plastik im Biomüll: Warum Niedersachsens Kompostwerke weiterhin mit Verunreinigungen kämpfen

Kompostieranlagen in Niedersachsen kämpfen mit anhaltender Plastikbelastung im Biomüll

In Niedersachsen haben Kompostwerke weiterhin mit dem Problem von Plastikverunreinigungen im Biomüll zu kämpfen. Trotz strenger Kontrollen gelangen unerwünschte Materialien immer wieder in das Endprodukt. Hauptursache ist die falsche Mülltrennung in Haushalten, insbesondere in städtischen Gebieten.

Die Kompostieranlage in Benefeld verarbeitet organische Abfälle zu hochwertigem Kompost, der später von der Firma Kompotec vertrieben wird. Doch selbst bei gründlichen Prüfungen bleiben kleine Plastikpartikel eine Herausforderung, da sie durch herkömmliche Siebverfahren schlüpfen.

Während biologischer Abfall schnell verrottet und effizient in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden kann, verursacht Plastikmüll langfristige Probleme. Eine einzige Plastiktüte kann bis zu 20 Jahre brauchen, um sich zu zersetzen, eine Konservendose hält sich sogar ein halbes Jahrtausend.

Hauptverantwortlich für die Verunreinigungen ist die nachlässige Sortierung durch die Bürger. In Großstädten führen anonyme Wohnverhältnisse in Mehrfamilienhäusern zu einer höheren Fehlerquote bei der Abfalltrennung. Selbst in ländlichen Kreisen wie Heidekreis und Diepholz führt der Abfallwirtschaftsbetrieb AHK regelmäßig Mülltonnenkontrollen durch, wobei die genauen Haushaltszahlen jedoch nicht bekannt gegeben werden.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, setzen die Behörden auf umfassende Behälterkontrollen. Bei wiederholten Verstößen droht Haushalten sogar die vollständige Sperrung ihrer Biotonnen. Dennoch gelangen weiterhin Nano- und Mikroplastik in den Kompost und bergen ökologische Risiken. Zwar werden die gesetzlichen Grenzwerte für Plastik im Kompost eingehalten, doch winzige Partikel entgehen oft der Erkennung während der Verarbeitung.

Die Anlage in Benefeld produziert weiterhin marktfähigen Kompost, doch das Plastikproblem bleibt bestehen. Die aktuellen Siebverfahren können nicht alle Verunreinigungen auffangen, sodass kleine Teilchen im Endprodukt verbleiben. Ohne eine konsequentere Mülltrennung in den Haushalten wird sich die Situation voraussichtlich nicht bald bessern.