Sachsen-Anhalt testet Job-to-Job-Netzwerk gegen Fachkräftemangel und Arbeitslosigkeit
Türkan MargrafSachsen-Anhalt testet Job-to-Job-Netzwerk gegen Fachkräftemangel und Arbeitslosigkeit
Sachsen-Anhalt will neuen Ansatz für Arbeitsmarkt-Herausforderungen testen
Sachsen-Anhalt will die durch Dekarbonisierung, digitale Umbrüche und demografischen Wandel verursachten Probleme auf dem Arbeitsmarkt mit einem neuen Modell angehen. Die Gewerkschaft IG Metall hat ein landesweites "Job-to-Job-Netzwerk" vorgeschlagen, das Beschäftigten den direkten Wechsel in neue Positionen ermöglichen soll – ohne den Umweg über Arbeitslosigkeit. Das Vorhaben zielt darauf ab, überschüssige Arbeitskräfte aus kriselnden Branchen mit Unternehmen zusammenzubringen, die dringend Fachpersonal suchen.
Der IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger betonte, eine moderne Industrieregion dürfe sich nicht mit dem Verlust von Fachwissen abfinden, sondern müsse Übergänge aktiv gestalten. Er stellt sich ein dauerhaftes System vor, das Betriebe mit Personalüberhang mit solchen vernetzt, die unter Fachkräftemangel leiden. Das Netzwerk soll auf bestehenden Instrumenten wie Arbeitsagenturen und Weiterbildungsprogrammen aufbauen, um Berufswechsel reibungsloser zu gestalten.
Bevor Beschäftigte extern vermittelt werden, müssten Unternehmen zunächst interne Lösungen prüfen. Möglichkeiten wie Qualifizierungsmaßnahmen oder Versetzungen in andere Abteilungen sollten dabei ausgeschöpft werden. Ziel ist es, hochwertige Arbeitsplatzwechsel zu ermöglichen, bevor Arbeitslosigkeit droht.
Die IG Metall will in den kommenden Monaten mit Arbeitgebern und Landesvertretern über die Einrichtung einer dauerhaften Struktur für solche Übergänge verhandeln. Das Modell soll als kontinuierliches, landesweites System funktionieren – und nicht nur als temporäre Lösung.
Das geplante Netzwerk könnte Sachsen-Anhalt helfen, die durch industriellen und wirtschaftlichen Wandel entstandenen Ungleichgewichte auf dem Arbeitsmarkt auszugleichen. Indem es überschüssige Arbeitskräfte mit Fachkräftebedarf verknüpft, soll das System Beschäftigung sichern und gleichzeitig Unternehmen unterstützen. Die Gespräche über die Umsetzung sollen in den nächsten Monaten konkretisiert werden.






