Sachsens Apothekensterben gefährdet die medizinische Versorgung im ländlichen Raum
Türkan MargrafSachsens Apothekensterben gefährdet die medizinische Versorgung im ländlichen Raum
Die Zahl der öffentlichen Apotheken in Sachsen sinkt seit Jahren kontinuierlich. Göran Donner, Präsident des Landesapothekerverbandes, warnt, dass sich dieser Rückgang beschleunigt – und mittlerweile die medizinische Versorgung gefährdet. Er macht wirtschaftliche Zwänge und politische Untätigkeit für die verschärfte Krise verantwortlich, insbesondere in ländlichen Regionen.
Zwischen 2016 und 2020 schloss Sachsen 36 Apotheken. Der Trend hielt an: Allein 2021 gab es 13 Schließungen, bis Ende 2025 folgten weitere 85. Während es 2015 noch etwa 1.198 öffentliche Apotheken im Land gab, sank die Zahl bis Ende 2025 auf rund 1.150. Die meisten Verluste gehen auf Fusionen oder endgültige Schließungen zurück.
Donner sieht wirtschaftliche Not als Hauptgrund für die Entwicklung. Viele Apotheken, vor allem in ländlichen Gebieten, könnten sich nicht mehr über Wasser halten. Der Fachkräftemangel verschärfe die Lage zusätzlich. Ohne finanzielle Stabilität, so sein Argument, seien Apotheken nicht in der Lage, die erweiterten Leistungen umzusetzen, die das neue Apothekenreformgesetz vorsieht – etwa Impfungen, Präventionsprogramme oder Früherkennungstests.
Die zögerliche Anpassung der Apothekengebühren durch die Bundesregierung hat die Krise weiter vertieft. Donner betont: Ohne schnelles Handeln drohen der flächendeckenden medizinischen Versorgung in Sachsen weitere Rückschläge.
Das Apothekennetz in Sachsen schrumpft in besorgniserregendem Tempo. Wirtschaftlicher Druck und Personalmangel haben bereits Dutzende Standorte zur Aufgabe gezwungen – besonders betroffen sind ländliche Gemeinden. Bleiben die Gebühren unverändert, könnten weitere Apotheken schließen, was den Zugang zu essenziellen Gesundheitsleistungen einschränken würde.






