Salzgitter startet Bau der ersten Wasserstoff-Stahlanlage μDRAL für CO₂-arme Produktion
Franz-Xaver OderwaldSalzgitter startet Bau der ersten Wasserstoff-Stahlanlage μDRAL für CO₂-arme Produktion
Die Salzgitter AG hat mit dem Bau einer neuen Demonstrationsanlage für die Produktion von CO₂-armen Stahl begonnen. Die Anlage mit dem Namen μDRAL nutzt Wasserstoff und Erdgas, um die Emissionen bei der Eisenverhüttung zu reduzieren. Der Baubeginn markiert einen wichtigen Schritt des Unternehmens auf dem Weg zu einer klimaneutralen Stahlproduktion bis 2050.
Die Anlage ist die erste ihrer Art, die flexibel mit Erdgas und Wasserstoff betrieben werden kann. Sie wird täglich bis zu 2.500 Kilogramm direktreduziertes Eisen (DRI) erzeugen, wobei der Brennstoffmix variabel von 0 % bis 100 % Wasserstoff eingestellt werden kann. Der globale Technologieanbieter Tenova liefert die notwendige Ausrüstung und Technik für das Projekt.
Die Salzgitter AG investiert 13,6 Millionen Euro in die Anlage, wobei 40 % der Mittel vom Bundesumweltministerium bereitgestellt werden. Die Produktion soll in der ersten Jahreshälfte 2022 starten. Zunächst wird die Anlage dazu beitragen, den Einsatz von Kohlenstaub in den Hochöfen und Lichtbogenöfen am Standort Peine zu verringern.
Das Projekt ist Teil der übergeordneten SALCOS-Initiative, die bis 2050 eine Umstellung der Stahlproduktion von Salzgitter auf wasserstoffbasierte Verfahren vorsieht. Bei Erfolg rechnet das Unternehmen damit, die CO₂-Emissionen um bis zu 95 % zu senken. Vorstandsvorsitzender Heinz Jörg Fuhrmann betonte, dass die Anlage wertvolle Erfahrungen für die künftige Hochskalierung der CO₂-armen Stahlproduktion liefern werde.
Die μDRAL-Anlage stellt einen bedeutenden Meilenstein in den langfristigen Nachhaltigkeitsplänen der Salzgitter AG dar. Sobald sie in Betrieb ist, wird sie die wasserstoffbasierte Stahlherstellung im industriellen Maßstab testen. Die Ergebnisse werden die weiteren Bemühungen des Unternehmens prägen, um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen.






