06 March 2026, 06:25

Urteil im Mordprozess: War es Notwehr oder kaltblütige Hinrichtung?

Ein Gebäude mit der Aufschrift "Polizei Mord George Fuck 12 P19" auf der Seite, mit Fenstern und verschiedenen Gegenständen vorne auf dem Boden.

Urteil im Mordprozess: War es Notwehr oder kaltblütige Hinrichtung?

Am kommenden Mittwochnachmittag steht ein 51-jähriger Mann wegen der tödlichen Erschießung seines Geschäftspartners vor der Urteilsverkündung. Vor Gericht wurde dargelegt, dass ein erbitterter finanzieller Streit zur Tat geführt habe. Die Staatsanwaltschaft fordert eine 15-jährige Haftstrafe.

Die Verteidigung plädierte auf ein milderes Strafmaß und bestand darauf, es habe sich um eine impulsive Tat gehandelt, nicht um einen vorbedachten Mord. Die Familie des Opfers hingegen verlangt eine Verurteilung wegen Mordes und bezeichnet die Schüsse als gezielt und skrupellos.

Im Mittelpunkt des Falls steht ein langjähriger Konflikt zwischen dem Angeklagten und seinem Geschäftspartner über Auslandsinvestitionen. Der Beschuldigte gab an, wiederholt die Rückzahlung von mehreren hunderttausend Franken gefordert zu haben – vergeblich. Laut seiner Aussage seien Drohungen gegen ihn und seine Familie ausgesprochen worden, doch gebe es keine Beweise, die diese mit geschäftlichen Entscheidungen in Verbindung bringen.

Im April 2023 schoss der Angeklagte dreimal auf seinen Partner und beschrieb dies als eine "Kurzschlussreaktion" während eines Streits. Die Anklage wies diese Darstellung zurück und stufte die Tat als Hinrichtung ein. Weder ein Unfall noch Notwehr lägen vor, argumentierten die Staatsanwälte.

Die Verteidigung hielt dagegen, dass Zeugenaussagen widersprüchlich seien, und beantragte eine fünfjährige Strafe wegen vorsätzlicher Tötung. Das Gericht lehnte jedoch sowohl den Antrag der Verteidigung auf Herabstufung des Vorwurfs als auch die Forderung der Anklage nach einer Anklage wegen Mordes ab.

Während des Verfahrens zeigte der Angeklagte Reue und bat die Familie des Opfers um Vergebung. Sein Anwalt betonte, die Schüsse seien nicht geplant gewesen, sondern das Ergebnis eskalierender Spannungen wegen ausstehender Schulden.

Das Urteil wird entscheiden, ob die Tat als vorsätzliche Tötung oder als schwerwiegenderes Verbrechen gewertet wird. Die Staatsanwaltschaft besteht auf 15 Jahre Haft, die Verteidigung auf eine mildere Strafe. Die Entscheidung wird auch die Forderung der Opferfamilie nach Gerechtigkeit berücksichtigen, die von einer kaltblütigen und brutalen Tat ausgeht.

Quelle