VALIE EXPORT – radikale Pionierin der feministischen Kunst ist tot
VALIE EXPORT, Pionierin der feministischen Kunst und provokante Erforscherin von Körper, Medien und Konzeptkunst, ist tot. Die 1940 in Linz, Österreich, als Waltraud Lehner geborene Künstlerin zählte über fünf Jahrzehnte zu den einflussreichsten Figuren der Performance- und Videokunst. Mit ihren radikalen Werken stellte sie gesellschaftliche Normen infrage und prägte den feministischen Diskurs in der zeitgenössischen Kunst maßgeblich neu.
Ihr künstlerischer Werdegang begann an der Kunstgewerbeschule Linz, bevor sie nach Wien zog, um Textildesign zu studieren. 1966 setzte sie mit dem Entwurf einer Zigarettenpackung, die ihr eigenes Porträt und den Namen VALIE EXPORT trug, ein erstes provokantes Statement – eine bewusste Abkehr von ihrem Geburtsnamen und die Proklamation einer künstlerischen Identität.
Vier Jahre später, 1970, präsentierte sie in London mit Split Reality ihr erstes Videokunstwerk und läutete damit ihre bahnbrechende Arbeit im Bereich der Medienkunst ein. Zur gleichen Zeit schloss sie sich dem Wiener Institut für Direkte Kunst an und beteiligte sich an der radikalen Wiener Aktionismus-Bewegung, die durch schockierende, unmittelbare Performances geprägt war.
Zu ihren bekanntesten Werken zählen Tap and Touch Cinema (1968) und Action Pants: Genital Panic (1969), in denen sie das Publikum mit dem weiblichen Körper auf konfrontative und zugleich tief politisch aufgeladene Weise konfrontierte. 1980 vertrat sie gemeinsam mit der Künstlerin Maria Lassnig Österreich auf der Biennale von Venedig und festigte so ihren internationalen Ruf.
Ihre künstlerischen Leistungen wurden vielfach gewürdigt: 2014 erhielt sie in New York den Courage Award for the Arts für ihr lebenslanges Engagement, Grenzen zu überschreiten und Konventionen herauszufordern.
VALIE EXPORT hinterlässt ein Erbe der furchtlosen Experimentierfreude und des feministischen Aktivismus. Ihr Schaffen – zwischen Performance, Video und Konzeptkunst – wirkt bis heute nach und inspiriert Künstler:innen weltweit, während es Debatten über Geschlecht, Medien und den Körper anregt. Ihre Werke bleiben zentraler Bestandteil des globalen Diskurses über zeitgenössische Kunst.






