07 April 2026, 08:25

Versandapotheken boomen: Wer profitiert vom Milliardenmarkt 2025?

Ein Plakat, das verschiedene Medikamente wie Flaschen, Schachteln und andere Gegenstände zeigt, die auf einem Tisch angeordnet sind, mit dem Text "Piperazine Midy - Antigripine Midy Provence" unten.

Versandapotheken boomen: Wer profitiert vom Milliardenmarkt 2025?

Der europäische Markt für verschreibungspflichtige Medikamente im Versandhandel wächst rasant – die Prognosen für 2025 übersteigen bereits eine Milliarde Euro. Zwei große Anbieter, Shop Apotheke und DocMorris, dominieren den Sektor, während spezialisierte Unternehmen wie ISP und UHP sich auf hochpreisige Therapien für seltene Erkrankungen konzentrieren. Trotz strenger Regulierung und schmaler Gewinnmargen in einigen Bereichen expandieren diese Firmen weiter.

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Aktuell führt Shop Apotheke den deutschen Versandapothekenmarkt an und vereint etwa die Hälfte des erwarteten Umsatzes von einer Milliarde Euro auf sich. DocMorris folgt mit rund 250 Millionen Euro. Die verbleibenden 200 bis 300 Millionen Euro entfallen auf ISP, eine niederländische Tochter des schweizerischen Konzerns United Healthcare Partners (UHP), die in Maastricht ein steriles Reinraumlabor für die Herstellung individueller Arzneimittel betreibt.

ISP hat sich auf seltene und komplexe Erkrankungen spezialisiert, darunter Morbus Gaucher, Morbus Fabry, Hypophosphatasie und Hämophilie. Die Behandlungen – etwa Enzymersatztherapien – können pro Patient und Jahr bis zu 1,5 Millionen Euro kosten. Dennoch bleiben die Gewinnspannen von ISP gering; in den letzten Jahren wurden nur minimale Gewinne ausgewiesen. 2024 verdoppelte das Unternehmen seinen Umsatz nahezu auf 245 Millionen Euro.

Der Mutterkonzern UHP bietet in ganz Europa pharmazeutische Heimtherapien an. Mit 600 Fachkräften im Gesundheitswesen versorgt das Unternehmen jährlich über 5.000 Patienten. Pro Jahr werden 42.000 Infusionen verabreicht und rund 100.000 Produkte ausgeliefert – von Antibiotika bis hin zu Schmerzmitteln. Zudem führt UHP 15.000 Schulungen durch, in denen Patienten die Selbstanwendung erlernen. Finanzdaten werden jedoch nicht offengelegt, und Pflegebesuche zu Hause können in Deutschland nur über die Häusliche Krankenpflege-Richtlinie abgerechnet werden, sofern es sich um verordnungsfähige Behandlungen handelt.

Das Bundesgesundheitsministerium hat noch keine offiziellen Zahlen für den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten im Jahr 2025 veröffentlicht. BranchenSchätzungen deuten jedoch darauf hin, dass der Markt seinen Aufwärtstrend fortsetzen wird – angetrieben von der Nachfrage nach Standardmedikamenten ebenso wie nach teuren Spezialpräparaten.

Die Ausweitung der Versandapotheken spiegelt die steigende Nachfrage nach sowohl alltäglichen Rezepten als auch spezialisierten Therapien wider. Während Unternehmen wie Shop Apotheke und DocMorris den Großteil des Marktes bedienen, decken Anbieter wie ISP und UHP Nischen mit hochpreisigen Behandlungen ab. Regulatorische Hürden und enge Gewinnmargen in einigen Bereichen bleiben jedoch zentrale Herausforderungen für die Branche.

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