VW-Aufsichtsrat bleibt im Diesel-Skandal unter Druck – wer trägt die Verantwortung?
Türkan MargrafVW-Aufsichtsrat bleibt im Diesel-Skandal unter Druck – wer trägt die Verantwortung?
Der Aufsichtsrat von Volkswagen steht weiterhin wegen seines Umgangs mit dem Diesel-Abgasskandal in der Kritik. Schlüsselfiguren, darunter ehemalige Führungskräfte und aktuelle Manager, bleiben wegen ihrer Rolle in der Krise unter Untersuchung. Die Folgen des Skandals prägen nach wie vor die Führung und Ausrichtung des Konzerns.
Ferdinand Piëch galt einst als Patriarch der Volkswagen Group. Sein Machtkampf mit Martin Winterkorn markierte eine Phase innerbetrieblicher Spannungen. Winterkorn trat später zurück, nachdem der Abgasskandal ans Licht gekommen war.
Ein VW-Abgasexperte informierte Winterkorn und den damaligen Markenchef Herbert Diess am 27. Juli 2015 über die manipulierte Software. Winterkorn wusste mindestens zwei Monate vor der öffentlichen Enthüllung des Skandals von der Betrugssoftware. Die Software betraf weltweit rund 11 Millionen Fahrzeuge.
Hans Dieter Pötsch übernahm von Piëch den Vorsitz des Aufsichtsrats. Wie Winterkorn wird auch er wegen des Verdachts auf Marktmanipulation untersucht. Stephan Weil, der SPD-Ministerpräsident Niedersachsens, vertritt das Land im Aufsichtsrat und ist Mitglied des Präsidiums.
Matthias Müller löste Winterkorn als Volkswagen-Chef ab. Seitdem hat er eine umfassende Umstrukturierung des Konzerns eingeleitet. Seine Pläne konzentrieren sich auf Elektromobilität, digitale Dienstleistungen und autonomes Fahren.
Wolfgang Porsche, eine einflussreiche Stimme der Porsche-/Piëch-Familie, setzt sich für eine offene Debatte über schwierige Themen im Aufsichtsrat ein.
Der Dieselskandal hat bei Volkswagen tiefe Spuren in der Führungsetage hinterlassen. Die Ermittlungen gegen Winterkorn und Pötsch laufen noch. Müllers Reformen zielen darauf ab, das Unternehmen zu modernisieren, doch die Herausforderungen für den Aufsichtsrat bleiben bestehen.






