VW im Rechtsstreit: Ex-Manager klagen nach Kündigungen und Geheimnisverrat
Bekir KochVW-Manager fordern Millionen - Rechtsstreit um Kündigungen - VW im Rechtsstreit: Ex-Manager klagen nach Kündigungen und Geheimnisverrat
Volkswagen befindet sich in einem Rechtsstreit mit zwei ehemaligen Führungskräften, die wegen ihrer Entlassungen und millionenschwerer Schadensersatzforderungen vor Gericht ziehen. Der Konflikt dreht sich um den Vorwurf, die Manager hätten vertrauliche Prüfberichte ohne Erlaubnis an Medien und Behörden weitergegeben.
Beide Führungskräfte waren in einer Volkswagen-Abteilung tätig, die nach dem Diesel-Abgasskandal 2015 eingerichtet worden war. Ihre Aufgabe bestand darin, interne Fehlverhalten innerhalb des Konzerns zu untersuchen.
Das Arbeitsgericht Braunschweig urteilte, dass die Kündigung eines der Manager rechtmäßig war. Er hatte interne Dokumente an das Landeskriminalamt (LKA) weitergeleitet – ein schwerwiegender Verstoß gegen seine Pflicht, im besten Interesse Volkswagens zu handeln, wie das Gericht befand.
Die fristlose Kündigung des anderen Managers erklärte dasselbe Gericht jedoch für unwirksam. Volkswagen hatte die gesetzliche Zwei-Wochen-Frist für eine solche Maßnahme versäumt. Nun wird das Gericht Beweise sammeln, um die Umstände seines Falls zu klären.
Im Mittelpunkt des Streits stehen Vorwürfe, die beiden Führungskräfte hätten interne Prüfberichte zu den Modellen Crafter und Grand California an unbefugte Dritte weitergegeben. Volkswagen betont, dass diese Weitergaben eine schwere Verletzung ihrer vertraglichen Pflichten darstellten.
Zudem läuft ein separates Schadensersatzverfahren, bei dem es um Millionen geht. Die Berufungsverhandlung hierzu ist für den 24. April am Landesarbeitsgericht Niedersachsen in Hannover angesetzt.
Der Rechtsstreit geht weiter, während Volkswagen seine Position gegen die Forderungen der ehemaligen Manager verteidigt. Die Ergebnisse der Beweisaufnahme und der anstehende Berufungsprozess werden entscheiden, ob weitere Entschädigungen gezahlt werden müssen. Der Fall zeigt, wie die Aufarbeitung interner Verfehlungen nach dem Skandal von 2015 bei Volkswagen bis heute nachwirkt.