VW plant radikale Produktionskürzung: 500.000 Autos weniger pro Jahr
Volkswagen plant massive Kürzungen in der europäischen Produktion und strebt eine Reduzierung um bis zu 500.000 Fahrzeuge pro Jahr an. Der Schritt erfolgt, während Konzernchef Oliver Blume vier deutsche Standorte – Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm – als besonders kostspielig im Betrieb bezeichnet. Doch das eigentliche Problem liegt nicht nur bei den Kosten, sondern darin, für diese Werke zukünftige Produktionsaufträge zu sichern.
Blume bezeichnete die dauerhafte Schließung von Werken als die „schlechteste und teuerste Lösung“ zur Bewältigung der Überkapazitäten. Stattdessen setzt er auf Partnerschaften und alternative Lösungen, um die Produktion zu drosseln. Die vier betroffenen Fabriken stehen vor einer ungewissen Zukunft; Prognosen zufolge könnten sie nur noch bis in die frühen 2030er-Jahre Fahrzeuge herstellen.
Ein Kostenvergleich innerhalb der Volkswagen-Gruppe offenbart deutliche Unterschiede: So gibt Porsche am Standort Leipzig über 6.500 Euro pro Fahrzeug aus, während Audis Werk in Neckarsulm bei rund 6.200 Euro liegt. Die eigenen Volkswagen-Werke sind dagegen günstiger – in Zwickau sollen die Kosten bis 2025 auf unter 4.500 Euro pro Auto sinken. Dennoch bleibt Porsche von der Kostendebatte weitgehend verschont, nicht zuletzt wegen seiner hochpreisigen Individualisierungsoptionen wie dem maßgeschneiderten Porsche 911.
Bemerkenswert ist, dass Audi und Porsche noch nie ein deutsches Produktionswerk geteilt haben und beide Marken bisher keinen Druck zur Kostensenkung verspürten. Der Streit um die Sparmaßnahmen bei Volkswagen dreht sich daher weniger um hohe Betriebskosten als vielmehr um das Fehlen langfristiger Aufträge für die Werke.
Die geplanten Kürzungen würden die jährliche Produktion von Volkswagen um fast das Volumen zweier Fabriken verringern. Zwar unterscheiden sich die Standorte in ihrer Kosteneffizienz, doch das größere Problem bleibt die Sicherung zukünftiger Auslastung. Blumes Strategie zielt nun auf Kooperationen statt auf komplette Werksschließungen ab, um die Herausforderung der Überkapazitäten zu meistern.






