Waffenfreie Zonen zeigen Wirkung: Weniger Gewalt in deutschen Großstädten
Türkan MargrafWaffenfreie Zonen zeigen Wirkung: Weniger Gewalt in deutschen Großstädten
Mehrere deutsche Städte haben waffenfreie Zonen eingeführt, um öffentliche Gewalt und Kriminalität einzudämmen. Die neuen Beschränkungen, die 2025 in Kraft traten, gelten in zentralen Bereichen von Wolfsburg, Braunschweig, Goslar und anderen Großstädten. Erste Daten deuten auf einen spürbaren Rückgang waffenbezogener Straftaten hin, während bestimmte Formen der Kleinkriminalität leicht angestiegen sind.
Die ersten waffenfreien Zonen wurden im Januar 2025 wirksam – Vorreiter war Wolfsburg mit dem Stadtteil "Nordkopf", der den Hauptbahnhofsbereich und den zentralen Busbahnhof umfasst. Goslar folgte im Juni und verbot Waffen rund um seinen Hauptbahnhofsbereich sowie angrenzende Straßen. Braunschweig führte später nächtliche Verbote von 20 bis 6 Uhr in weiten Teilen der Innenstadt ein.
Nach den neuen Regeln stellt das Mitführen verbotener Gegenstände – darunter Schusswaffen, Messer mit langer Klinge, Schlagstöcke und bestimmte Sprühdosen – eine Ordnungswidrigkeit dar. Die Bußgelder können in Braunschweig bis zu 10.000 Euro betragen, in Goslar und Wolfsburg bis zu 5.000 Euro. Ausnahmen gelten jedoch für Rettungskräfte, Handwerker und Gewerbetreibende, die Arbeitswerkzeuge benötigen. Auch Privatpersonen dürfen verbotene Gegenstände transportieren, sofern diese sicher verpackt und unzugänglich sind.
Die Polizei hat in diesen Zonen erweiterte Befugnisse und darf ohne konkreten Verdacht Taschen, Kleidung und Rucksäcke stichprobenartig kontrollieren. Trotz der verschärften Maßnahmen bleiben Pfeffersprays und Tierabwehrmittel erlaubt, sofern sie den Vorgaben des Waffengesetzes entsprechen.
Erste Auswertungen aus Städten wie Berlin, Hamburg und München zeigen einen Rückgang waffenbezogener Straftaten um 15 bis 25 Prozent innerhalb des ersten Jahres. Berlin verzeichnete 22 Prozent weniger Messerangriffe, Hamburg 18 Prozent weniger Schusswaffenvorfälle. München meldete hingegen einen leichten Anstieg von Ladendiebstählen um 5 Prozent.
Die waffenfreien Zonen haben in mehreren Städten zu weniger gewalttätigen Vorfällen mit Messern und Schusswaffen geführt. Die Behörden beobachten die Entwicklung weiter und versuchen, strengere Kontrollen mit der Bekämpfung von Kleinkriminalität in Einklang zu bringen. Die Maßnahmen bleiben vorerst bestehen, unterstützt durch Bußgelder und Polizeikontrollen zur Einhaltung der Regeln.