07 April 2026, 14:45

Wie ein Hamburger Küchentisch Geflüchtete und Einheimische verbindet

Eine Gruppe von Menschen in einer formellen Umgebung, die um einen Holztisch sitzen und EU-relevante Gegenstände diskutieren.

Wie ein Hamburger Küchentisch Geflüchtete und Einheimische verbindet

Ein kleines Treffen am Küchentisch in Hamburg bringt Einheimische und Neuankömmlinge beim gemeinsamen Essen und Gespräch zusammen. Die Initiative "Willkommensabend" organisiert solche Begegnungen, um lockere, gleichberechtigte Austausche zwischen Menschen verschiedener Kulturen zu ermöglichen. Kürzlich erzählte ein türkisches Paar bei einem selbstgekochten Mahl unter mittlerweile Freunden seine Geschichte.

An einem ruhigen Sonntagabend öffnete Laura Trager ihr Zuhause für vier Menschen, die sich zuvor noch nie begegnet waren. Darunter waren Sevgi und Kadir, ein türkisches Ehepaar, das wegen politischer Verfolgung aus seiner Heimat fliehen musste. Sie brachten Börek, ein traditionelles Blätterteiggebäck, mit, um es mit der Gruppe zu teilen.

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Kadir, einst als Elektroingenieur tätig, lebt nun mit seiner Familie in Deutschland und sucht nach einer Anstellung in seinem Berufsfeld. Sevgi, gelernte Agraringenieurin, hofft ebenfalls, bald wieder in ihrem Beruf Fuß zu fassen. Ihre beiden Söhne haben sich gut in Hamburger Schulen eingelebt und genießen ihr neues Leben.

Das Paar besucht derzeit einen C1-Deutschkurs, um seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Langfristig möchten sie eine eigene Wohnung finden und ihre Karrieren wiederaufbauen. Unterdessen setzt sich die Initiative "Willkommensabend" weiter für interkulturelle Begegnungen ein.

Auf ihrem Höhepunkt im Jahr 2015 organisierte die Gruppe wöchentlich rund 120 Abendessen. Heute sind es etwa 20 bis 30 Treffen pro Jahr. Jeden Freitag erhalten die Teilnehmer eine E-Mail mit den Neuigkeiten der Woche und Ankündigungen zu kommenden Veranstaltungen.

Das Konzept bleibt einfach: Menschen am Tisch zusammenbringen – für ehrliche, entspannte Gespräche. Die Erfahrung von Sevgi und Kadir steht exemplarisch für das übergeordnete Ziel, Neuankömmlingen das Gefühl von Zugehörigkeit zu geben, während Einheimische von neuen Perspektiven profitieren. Vorerst gehen die gemeinsamen Abendessen weiter – eine Mahlzeit nach der anderen.

Quelle