16 March 2026, 00:46

Wittenberg und Göttingen bündeln Notrufleitstellen für schnellere Hilfe in Südniedersachsen

Ein Rettungswagen steht vor einem Gebäude mit einem Schild, umgeben von Bäumen und Pflanzen.

Wittenberg und Göttingen bündeln Notrufleitstellen für schnellere Hilfe in Südniedersachsen

Drei Kommunen in Niedersachsen planen gemeinsames Notruf- und Leitstellenzentrum in Wittenberg und Göttingen

Drei kommunale Behörden in Niedersachsen, darunter der Landkreis Wittenberg, die Stadt Göttingen und der Landkreis Northeim, wollen ein gemeinsames Notfall-Leitstellenzentrum in Wittenberg und Göttingen einrichten, um die regionale Einsatzkoordination zu verbessern. Sie streben an, ihre bestehenden Leitstellen in einer zentralen Einrichtung zusammenzuführen. Der Schritt folgt auf jahrelange Untersuchungen zu effizienteren Notfallstrukturen.

Die Gespräche über eine engere Zusammenarbeit begannen 2023 und wurden durch eine externe Fachbewertung unterstützt. Die Analyse zeigte Vorteile größerer, einheitlicher Strukturen auf – darunter bessere Personaldecke, leistungsfähigere technische Ressourcen und schnellere Einsatzzeiten.

Ein Kooperationsvertrag wurde inzwischen erarbeitet, doch die vollständige Umsetzung wird voraussichtlich etwa 18 Monate dauern. In dieser Phase müssen rechtliche, technische und organisatorische Hürden überwunden werden. Eine Übergangsregelung soll die schrittweise Integration der aktuellen Leitstellen in Wittenberg und Northeim ermöglichen.

Langfristig soll das Großleitstellenzentrum Südniedersachsen als öffentlich-rechtliche Einrichtung etabliert werden. Dieses Modell würde eine nachhaltige Entwicklung und kostengünstige Betriebsführung sichern. Noch ausstehend sind die Zustimmungen der Kreistage von Wittenberg und Northeim sowie des Göttinger Stadtrats.

Das Interesse an ähnlichen gemeinsamen Systemen wächst in der Region. Bis Anfang 2026 hatten sich sechs weitere Kommunen – darunter Oldenburg, Osnabrück und Wolfsburg – für vergleichbare Lösungen interessiert. Bei einer Informationsveranstaltung am 11. Februar 2026 wurde die Initiative politischen Vertretern, Verwaltungsmitarbeitern und Einsatzkräften vorgestellt.

Die geplante Leitstelle wird die Regionale Leitstelle Wittenberg und die Notrufleitstelle Northeim zusammenführen. Bei einer Genehmigung würde sie die Notfalldienste in der Region straffen. Das Projekt könnte zudem als Vorbild für andere niedersächsische Kommunen dienen, die über gemeinsame Leitstellenlösungen nachdenken.

AKTUALISIERUNG

DRK Niedersachsen plädiert für strukturelle Reformen zur Unterstützung des gemeinsamen Notrufzentrums

Der DRK Niedersachsen hat bei der Vorstellung der Initiative für das gemeinsame Notrufzentrum am 11. Februar wichtige Forderungen für die Notfalldienstreform betont. Dazu gehören:

  • steigende Anrufvolumina und nicht dringende Fälle, die Ressourcen belasten
  • mangelnde öffentliche Awareness über alternative medizinische Kontaktpunkte
  • unzureichende Finanzplanung für die Nachhaltigkeit des Notfalldienstes
  • Bedarf an klaren operativen Grenzen, um Ressourcenmissbrauch zu vermeiden