28 February 2026, 14:19

Wuppertaler Schule löst mit Plakaten natürlicher Brüste einen Eklat aus

Eine Gruppe von Menschen, die draußen stehen und ein Transparent halten, auf dem "Kein Feminismus ohne Trans-Frauen" steht, sowie verschiedene Schilder mit verschiedenen Botschaften.

Wuppertaler Schule löst mit Plakaten natürlicher Brüste einen Eklat aus

Eine Schule in Wuppertal sorgt für Aufsehen, weil sie im Rahmen eines Bildungsprojekts unverkleidete Brüste zeigt. Die Abbildungen – Brüste ohne Köpfe oder Gesichter – werben für eine neue Filmreihe über Körperlichkeit und Geschlechterrollen. Trotz des pädagogischen Ansatzes wurden viele Plakate von Passanten abgerissen oder beschmiert.

Das Wuppertaler Medienprojekt startete die Kampagne für Boobs – Perspektiven auf Brüste, eine medienpädagogische Serie, die Diskussionen an Schulen anregen soll. Die Plakate zeigen natürliche Busendarstellungen, die alle Frauen repräsentieren sollen – ohne sexualisierende Absicht. Andreas von Hören, der Projektleiter, gab überrascht zu, wie heftig die Ablehnung ausfällt.

Der Deutsche Werberat prüfte die Kampagne und stufte sie nicht als unanständig ein. Dennoch fällt die öffentliche Reaktion weitaus feindseliger aus als in anderen europäischen Städten in den vergangenen Jahren. Zwischen 2021 und 2026 stießen ähnliche, nicht sexualisierte Busendarstellungen – etwa Still-Skulpturen in Oslo und Wien, eine Statue einer stillenden Mutter in Kopenhagen oder Body-Positivity-Installationen in Berlin – meist auf positive oder neutrale Resonanz.

Der 21-jährige Student Julian Rauen, der am Projekt mitwirkt, argumentiert, dass nackte Brüste nicht automatisch als sexuell oder provokant wahrgenommen werden sollten. Er betont, dass die anonymen Hass-Mails, die das Team erhielt, verletzender seien als die beschmierten Plakate. Das Projekt hält fest, dass es darum gehe, den Diskurs über Körper zu normalisieren – nicht zu schocken oder zu reizen.

Trotz offizieller Freigabe werden die Plakate weiterhin entfernt oder beschädigt. Das Wuppertaler Medienprojekt bleibt bei seinem Ziel, offene Gespräche über Geschlecht und Anatomie in Schulen zu fördern. Die heftige öffentliche Reaktion steht im Kontrast zu den zurückhaltenderen Reaktionen auf ähnliche Darstellungen in anderen europäischen Städten.