Zwei Ex-AfD-Stadträte in Salzgitter verlassen die politische Partei nach internen Machtkämpfen
Bekir KochZwei Ex-AfD-Stadträte in Salzgitter verlassen die politische Partei nach internen Machtkämpfen
Zwei ehemalige AfD-Stadträte in Salzgitter haben die politische Partei verlassen und sind nun als fraktionslose Abgeordnete aktiv. Thomas-Peter Disselhoff und Jörg Bogun gaben ihren Austritt nach monatelangen internen Streitigkeiten bekannt. Beide betonten, sich gegen jeden Versuch zur Wehr setzen zu wollen, ihre Arbeit im Stadtrat zu untergraben.
Der Bruch begann, als Jörg Bogun aus dem AfD-Landesverband Niedersachsen austrat. Er begründete seinen Schritt mit "unüberbrückbaren internen Differenzen" zu zwei Fraktionskollegen. Kurz darauf wurde Thomas-Peter Disselhoff durch das Landesschiedsgericht aus der politischen Partei ausgeschlossen – mit der Begründung, "unüberwindbare Gegensätze" machten eine weitere Mitgliedschaft unmöglich.
Disselhoff hat inzwischen Berufung beim Bundesschiedsgericht der AfD eingelegt und klagt gegen den Entzug seiner Mitgliedschaft. Unterdessen führt das kommunale Informationssystem beide nun als Fraktionslose.
Das Duo erklärte, keine Einmischung in ihre Ratsarbeit zu dulden – weder von innerhalb noch von außerhalb der politischen Partei. Zudem kündigten sie an, auf der nächsten Stadtratssitzung am 25. Februar weitere "überraschende" Details offenlegen zu wollen. Bisher liegt keine offizielle Stellungnahme der AfD-Landtagsfraktion in Niedersachsen vor.
Durch die Austritte schwindet der Einfluss der AfD im Salzgitter Stadtrat. Disselhoff und Bogun bleiben als Unabhängige aktiv und wollen sich noch in diesem Monat im Rat zu Wort melden. Ihre nächsten juristischen und politischen Schritte werden zeigen, wie sich die Lage weiterentwickelt.