30 April 2026, 12:31

Braunschweig vor dem 1. Mai: NPD-Marsch spaltet Stadt zwischen Protest und Tradition

Menschen mit einem Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einer Stange, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Braunschweig vor dem 1. Mai: NPD-Marsch spaltet Stadt zwischen Protest und Tradition

Spannungen in Braunschweig vor dem 1. Mai: NPD-Marsch sorgt für Aufruhr

Vor den traditionellen Maifeierlichkeiten steigen in Braunschweig die Spannungen. Die rechtsextreme NPD plant unmittelbar im Anschluss an die gewerkschaftliche Kundgebung einen eigenen Aufmarsch. Gleichzeitig formiert sich Widerstand: Gegenprotestierende und die hiesigen Grünen wehren sich gegen die umstrittene Marschroute der Partei.

Die NPD-Hamburg wirbt für die Veranstaltung mit dem provokanten Slogan "Tag der deutschen Arbeit. 1. Mai – seit 1933 ein arbeitsfreier Feiertag". Dies hat scharfe Kritik von lokalen Politikern und Aktivisten ausgelöst.

Der Marsch der NPD soll am "Internationalen Familienfest" des DGB im Bürgerpark vorbeiführen – einer jährlichen Veranstaltung mit bis zu 8.000 Besuchern. Die Organisatoren befürchten, dass die rechtsextreme Präsenz die friedliche Atmosphäre stören könnte. Die Grünen werfen der NPD vor, die Route bewusst gewählt zu haben, um Teilnehmer einzuschüchtern und öffentlichen Raum zu okkupieren.

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Als Reaktion hat der DGB sein Programm erweitert: Nach dem Hauptaufmarsch werden die Demonstranten über die geplante Strecke hinaus bis zum Gewerkschaftshaus ziehen. Zudem ist eine separate Kundgebung vor dem DGB-Gebäude geplant, die parallel zur Hauptveranstaltung stattfindet.

Braunschweig hat in letzter Zeit vermehrt rechtsextreme Aktivitäten erlebt, darunter eine "Große Länderkonferenz" der Reichsbürger-Bewegung. Dennoch gilt die Stadt nicht als Hochburg der Rechten: Bei den Kommunalwahlen 2021 erreichte die AfD nur 4 Prozent. Bei der Reichsbürger-Veranstaltung versammelten sich rund 300 Anhänger, während das antifaschistische Bündnis etwa 600 Gegenprotestierende mobilisierte.

Die Grünen fordern nun die Stadt auf, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um den NPD-Marsch einzuschränken. Ziel ist es, die Störung der langjährigen Maifeierlichkeiten der Gewerkschaften zu verhindern.

Die geplante Demonstration der NPD hat bereits eine starke Reaktion bei lokalen Gruppen und Politikern ausgelöst. Mit der Ausweitung der DGB-Veranstaltungen und den Vorbereitungen der Gegenproteste wird der 1. Mai in Braunschweig zum Brennpunkt gegensätzlicher Kundgebungen. Wie die Stadt in den kommenden Tagen reagiert, wird maßgeblich darüber entscheiden, wie sich die rivalisierenden Versammlungen entwickeln.

Quelle