24 March 2026, 08:27

"Den Himmel mit beiden Händen halten": Eine Kindheit zwischen Drogen, Missbrauch und staatlichem Versagen

Ein altes Buch mit einer detaillierten Karte von Berlins Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten, begleitet von Texten über die Bevölkerung und Geschichte der Stadt.

"Den Himmel mit beiden Händen halten": Eine Kindheit zwischen Drogen, Missbrauch und staatlichem Versagen

Ein neues Buch enthüllt die erschütternde Kindheit eines Mädchens namens Lale, das in den 1980er-Jahren in einer Berliner Männer-WG aufwuchs. "Den Himmel mit beiden Händen halten", verfasst von Lilli Tollkien, zeichnet ihren Lebensweg nach – von der frühen Kindheit in staatlicher Obhut bis zu einer von Vernachlässigung und Missbrauch geprägten, turbulenten Jugend.

Die Geschichte beginnt, als die erst achtzehn Monate alte Lale nach dem Verschlucken von Rohypnol-Tabletten aus dem Haushalt ihrer Mutter genommen wird. Ihre heroinabhängige Mutter war zu diesem Zeitpunkt handlungsunfähig und ließ das Kleinkind in einem chaotischen Umfeld schutzlos zurück.

Lales Eltern waren beide in den radikalen Subkulturen Westdeutschlands verstrickt. Ihr Vater, ein Kleinkrimineller mit Verbindungen zur APO – einer linksradikalen Aktivistengruppe – saß im Gefängnis, als sie in staatliche Obhut kam. Die Sucht ihrer Mutter sorgte dafür, dass Lale kein stabiles Zuhause hatte. Als ihr Vater schließlich entlassen wurde, zog er in dieselbe WG ein, in der sie später lebte – ohne die Gefahren zu ahnen, denen seine Tochter dort ausgesetzt war.

Die WG, eigentlich als kollektiver Lebensraum gedacht, konfrontierte sie stattdessen mit harten Drogen, endlosen Partys und kaum Aufsicht. Als kleines Kind wurde sie von einem Mitbewohner sexuell missbraucht. Die Schule wurde ihr einziger sicherer Ort, an dem sie sich entfalten konnte – bis zur Pubertät, als ihr Leben in Sucht und instabile Beziehungen abglitt.

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Über Lales spätere Jahre ist wenig bekannt. Es gibt keine öffentlichen Aufzeichnungen über ihr Leben nach dem Auszug aus der WG, sodass ihre Geschichte – jenseits der Schilderungen im Buch – undokumentiert bleibt.

Tollkiens Buch wirft ein Licht auf eine Kindheit, die von systemischem Versagen und den Extremen der 1980er-Gegenkultur geprägt war. Lales frühe Jahre waren bestimmt von staatlichen Eingriffen, elterlicher Vernachlässigung und den verborgenen Gefahren des kommunalen Zusammenlebens. Das Fehlen von Aufzeichnungen über ihr späteres Leben bedeutet, dass ihre Geschichte vorerst dort endet, wo das Buch aufhört.

Quelle