10 May 2026, 12:22

Felix Banaszak will Männer mit neuem Feminismus-Ansatz gewinnen

Schwarzes und weißes Foto einer Gruppe von Frauen aus der Frauenwahlrechtsbewegung, mit einer Frau in der Mitte sitzend und anderen Frauen drumherum.

Felix Banaszak will Männer mit neuem Feminismus-Ansatz gewinnen

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich dafür ein, dass sich Männer stärker mit Feminismus auseinandersetzen. Seine These: Starre Geschlechterrollen schränken nicht nur Frauen, sondern auch Männer ein. Zu seinen jüngsten Initiativen gehören Besuche in Männer-Selbsthilfegruppen sowie die Forderung nach besserer Förderung von Organisationen, die jungen Männern Raum geben, über ihre Anliegen zu sprechen.

Sein Ansatz markiert einen Strategiewechsel. Früher räumte er ein, dass seine Versuche, Männer für Gleichberechtigung zu gewinnen, möglicherweise zu konfrontativ gewesen seien. Heute verbindet er Entschlossenheit mit Offenheit, um mehr Männer in die Debatte um Geschlechtergerechtigkeit einzubinden. Im Februar besuchte Banaszak Vaterwelten in Krefeld, eine Einrichtung, die Geburtsvorbereitungskurse für werdende Väter anbietet. Der Besuch unterstrich sein Anliegen, Räume zu schaffen, in denen Männer jenseits traditioneller Rollenbilder über sich reflektieren können. Noch im selben Monat gab er der Playboy ein Interview – sein erster großer Versuch, junge Männer auf Augenhöhe für feministische Themen zu begeistern.

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Banaszaks Haltung kommt zu einer Zeit, in der sich die politischen Gräben unter jungen Wählern vertiefen. Bei der letzten Bundestagswahl stimmten Männer unter 24 mehrheitlich für die rechtspopulistische AfD, während Frauen derselben Altersgruppe eher links der Mitte stehende Parteien bevorzugten. Die Kluft war eklatant. Anfang dieses Jahres sorgte der AfD-Politiker Maximilian Krah mit einem Video für Aufsehen, in dem er jungen Männern, die Schwierigkeiten bei der Partnersuche hätten, riet, sie sollten „nach rechts“ tendieren – eine Äußerung, die die Sorge um eine wachsende Geschlechterpolarisierung verstärkte.

Auch Banaszaks eigener Stil bricht mit Klischees: Sein Büro ist pink gestrichen, eine Farbe, die er offen mag. Vor 20 Jahren trug der Fußballtorwart Tim Wiese noch ohne größere Kritik Pink auf dem Platz – ein Zeichen dafür, wie ungleichmäßig sich die Einstellung zu Männlichkeit gewandelt hat. Der Deutsche Frauenrat fordert ebenfalls mehr „Räume, in denen Männer über Geschlechterfragen diskutieren können“, und zwar innerhalb der Grünen.

Nun wirbt Banaszak für eine bessere Finanzierung von Initiativen, die Jungen und Männer unterstützen. Er betont, wie wichtig es ist, ihre spezifischen Herausforderungen zu thematisieren – ohne diese als Gegenposition zu anderen Geschlechtern zu inszenieren. Seine Kampagne steht für einen größeren gesellschaftlichen Wandel: die Neudefinition von Männlichkeit in der modernen Politik. Mit seinen Besuchen in Männergruppen und Forderungen nach Fördergeldern will er inklusivere Dialoge anstoßen. Das Ziel ist klar: zu zeigen, dass Feminismus allen nützt – nicht nur Frauen – und dass Männer eine zentrale Rolle dabei spielen, eine gerechtere Gesellschaft mitzugestalten.

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