Knappe Mehrheit der Deutschen für Bundeswehr-Einsatz im Hormus-Konflikt
Meryem DobesKnappe Mehrheit der Deutschen für Bundeswehr-Einsatz im Hormus-Konflikt
Eine neue Umfrage zeigt, dass eine knappe Mehrheit der Deutschen die Entsendung der Bundeswehr in die Straße von Hormus befürwortet. Die noch in der Prüfung befindliche Mission hat eine Debatte über politische und regionale Grenzen hinweg ausgelöst. Unterdessen hat die Deutsche Marine bereits ein Minenjagdboot im Mittelmeer positioniert – ein möglicher erster Schritt.
Die zwischen dem 7. und 8. Mai 2026 durchgeführte Erhebung mit 1.009 Teilnehmenden ergab, dass 51 Prozent der Deutschen hinter dem Einsatz stehen. Dies folgt auf eine frühere Umfrage Mitte April, als sich die Hälfte der Bevölkerung für die Entsendung von Minenjagdbooten in den Nahen Osten aussprach. Aktuell lehnen jedoch 44 Prozent den Einsatz ab, während 5 Prozent unentschieden sind.
Regionale Unterschiede sind deutlich: Im Westen Deutschlands unterstützen 52 Prozent die Mission, im Osten lehnen sie 53 Prozent ab. Noch ausgeprägter sind die politischen Gräben. Während 77 Prozent der Wähler der Grünen dem Vorhaben zustimmen, lehnen 73 Prozent der AfD-Anhänger den Plan ab.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat klare Bedingungen für eine deutsche Beteiligung formuliert: Dazu gehören ein Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran, ein solides militärisches Rahmenwerk sowie die Zustimmung des Bundestags. Sollte der Einsatz genehmigt werden, wären 45 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz, darunter spezialisierte Minentaucher.
Die Marine hat bereits erste Schritte eingeleitet: Das Minenjagdboot Fulda liegt im Mittelmeer bereit, um bei grünem Licht an der Operation teilzunehmen.
Über das Schicksal der Mission entscheiden nun politische Verhandlungen und die öffentliche Meinung. Mit der Fulda in Position und einer knappen Mehrheit, die den Einsatz unterstützt, wird die Entscheidung des Bundestags über die nächsten Schritte Deutschlands bestimmen. Die vom Kanzler gesetzten Bedingungen verleihen der laufenden Debatte zusätzliches Gewicht.






