Fernwärme in Braunschweig wird 2026 günstiger – BS Energy setzt auf Erneuerbare
Franz-Xaver OderwaldFernwärme in Braunschweig wird 2026 günstiger – BS Energy setzt auf Erneuerbare
Fernwärmepreise in Braunschweig sinken ab April 2026 – BS Energy passt Tarife an und setzt auf Erneuerbare
Ab dem 1. April 2026 werden die Fernwärmepreise in Braunschweig sinken, nachdem BS Energy seine Tarife angepasst hat. Die Änderungen sind Teil einer langfristigen Strategie des Unternehmens, die Wärmeversorgung schrittweise auf erneuerbare Energien umzustellen. Neue Bundes- und Landesgesetze verlangen, dass Fernwärmenetze in den kommenden Jahren deutlich mehr Ökoenergie einsetzen müssen.
Von den Senkungen profitieren sowohl Privat- als auch Mehrfamilienhaushalte, wobei einige Kunden jährlich mehrere hundert Euro sparen werden. Die Preisanpassungen basieren auf den Energietrends der Vergangenheit und nicht auf der aktuellen Marktsituation.
BS Energy senkt die Fernwärmetarife im Rahmen der halbjährlichen Anpassung. Der Standardtarif BS Fernwärme Klassik wird um etwa 2 Prozent günstiger. Beim BS Fernwärme Plus-Tarif mit variabler Preisgestaltung beträgt die Reduzierung rund 4 Prozent.
Ein typisches Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 12.000 kWh im Klassik-Tarif spart dadurch künftig 47 Euro pro Jahr. Größere Objekte wie ein sechs- bis achtparteienhaus mit 75.000 kWh Verbrauch im Plus-Tarif profitieren von einer Ersparnis von 357 Euro jährlich. Die Anpassungen orientieren sich an Referenzwerten der vergangenen sechs bis zwölf Monate und nicht an aktuellen Marktentwicklungen.
Gleichzeitig arbeitet BS Energy an einer Transformationsstrategie für seine Wärmeversorgung. Im Mittelpunkt stehen drei Ziele: die Versorgungssicherheit gewährleisten, Treibhausgasneutralität erreichen und die wirtschaftliche Stabilität wahren. Dies entspricht den verschärften Vorgaben des Bundes-Wärmeplanungsgesetzes, das vorsieht, dass Fernwärmenetze bis 2030 mindestens 30 Prozent und bis 2040 sogar 80 Prozent ihrer Energie aus erneuerbaren Quellen beziehen müssen. Das Klimaschutzgesetz Niedersachsens geht noch weiter und fordert eine vollständige Umstellung auf Erneuerbare bis 2040.
Auch andere deutsche Städte handeln bereits: Tübingen hat 23 Millionen Euro in eine große Wärmepumpe investiert, die Abwärme aus Abwasser nutzt, um den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen. Essen plant bis 2045 einen schrittweisen Umstieg auf Erneuerbare und unvermeidbare Abwärme. Gotha hat im März 2026 mit dem Ausbau seines Systems begonnen und einen 60-MWh-Wärmespeicher in Betrieb genommen. Und Krefeld entwickelt ebenfalls Dekarbonisierungspläne, auch wenn konkrete Fortschrittszahlen noch nicht vorliegen.
Die Preissenkungen treten am 1. April 2026 in Kraft und entlasten Haushalte sowie Unternehmen. BS Energy verfolgt mit seiner Strategie das Ziel, die verschärften gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, ohne dabei die Bezahlbarkeit und Zuverlässigkeit der Wärmeversorgung aus den Augen zu verlieren.
In ganz Deutschland müssen Städte wie Braunschweig den Ausbau erneuerbarer Fernwärme nun beschleunigen. Projekte in Tübingen, Essen, Gotha und Krefeld zeigen, wie unterschiedlich die Regionen auf die neuen Vorgaben reagieren.






