Julia Ruhs verlässt NDR-Klar nach Medienkritik und politischer Debatte
Franz-Xaver OderwaldJulia Ruhs verlässt NDR-Klar nach Medienkritik und politischer Debatte
Die Bayerische Rundfunk (BR)-Moderatorin Julia Ruhs wird die Reportagereihe Klar nicht mehr für den Norddeutschen Rundfunk (NDR) präsentieren. Die Entscheidung folgt auf öffentliche Diskussionen über ihre politischen Ansichten und ihre Medienkritik. Die Journalistin Tanit Koch übernimmt nun die NDR-Folgen der Sendung.
Ruhs, die sich selbst als konservativ-liberal einordnet, hat in ihrem jüngsten Buch sowie in öffentlichen Auftritten wiederholt das einseitige Meinungsbild in Medien kritisiert, das sie als "links-grün geprägt" bezeichnet. Beim BR bleibt sie weiterhin Moderatorin von Klar – dort hatte sie vor nur drei Jahren als Freiwillige begonnen.
Ihr Aufstieg beim BR war rasant: Innerhalb von drei Jahren stieg sie von der ehrenamtlichen Mitarbeiterin zur Moderatorin auf. Ein Wendepunkt in ihrer Karriere war die Veröffentlichung ihres Buches Links-grüne Meinungsmacht. Die Spaltung unseres Landes, in dem sie Medienvoreingenommenheit und politische Echokammern anprangert. Zudem sprach sie bei einer CSU-Veranstaltung in Bad Tölz über ähnliche Themen.
Die Entscheidung, Ruhs bei Klar durch eine andere Moderatorin zu ersetzen, löste eine Debatte aus. Oliver Welke, Gastgeber der ZDF-heute show, kritisierte den Schritt des NDR und zeigte in seiner Sendung sogar einen Ausschnitt, in dem Ruhs sagt: "Auch einige meiner Freunde haben durchaus recht konservative Ansichten." Welke argumentierte, der NDR hätte sie im Programm behalten sollen. Ruhs selbst kommentierte später die satirische Aufarbeitung der heute show auf X mit den Worten: "Etwas gemein, aber sehr lustig."
Die Komikerin Idil Baydar (bekannt als Bosetti) verteidigte hingegen die Entscheidung des NDR und bezeichnete Ruhs' Vorgehen als "Populismus und schlechten Journalismus". Trotz der Kontroverse bleibt Ruhs weiterhin Moderatorin der BR-Ausgabe von Klar, während der NDR die Rolle für künftige Folgen an Tanit Koch übergibt.
Die Änderung bedeutet, dass sich Ruhs künftig ausschließlich auf die BR-Version von Klar konzentrieren wird, während Koch die NDR-Ausgabe übernimmt. Die Diskussion um ihren Abgang unterstreicht die anhaltenden Debatten über politische Ausgewogenheit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ruhs' öffentliche Äußerungen und ihre Medienkritik halten das Thema weiterhin in der Öffentlichkeit präsent.






