27 March 2026, 10:26

Nach tödlichem Angriff: Bahn-Sicherheit wird zur politischen Zerreißprobe

Altes Buch mit dem Titel "Reglamento de Conductor" und einer Zugillustration auf dem Cover und einem Stempel auf der rechten Seite.

Nach tödlichem Angriff: Bahn-Sicherheit wird zur politischen Zerreißprobe

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar mehren sich die Forderungen nach besseren Sicherheitsmaßnahmen in Zügen. Gewerkschaften drängen darauf, dass Schaffner künftig nur noch im Zweierteam arbeiten, während die Deutsche Bahn bereits erste Sicherheitsvorkehrungen eingeführt hat. Mittlerweile ist eine Debatte über Kosten und Regelungen zwischen Verkehrsministern und der Bundesregierung entbrannt.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert seit Langem, dass Zugbegleiter stets zu zweit unterwegs sein sollten. Gewerkschaftschef Martin Burkert warnte vor einer Zunahme von Gewalt gegen Mitarbeiter und verwies auf über 3.000 registrierte Angriffe pro Jahr seit 2023. Der jüngste tödliche Vorfall in Rheinland-Pfalz hat die Sorgen weiter verschärft.

Die Deutsche Bahn reagierte unter anderem mit der Ausstattung von Servicekräften mit Körperkameras. Zudem setzte das Unternehmen vorerst die Kontrollen von Ausweisdokumenten bei Fahrkartenprüfungen aus, um Konflikte zu entschärfen. Diese Maßnahmen wurden von der Verkehrsministerkonferenz grundsätzlich begrüßt, allerdings wurde auf die hohen Kosten weiterer Schritte hingewiesen.

Die Minister lehnten jedoch den EVG-Vorschlag für eine bundesweite Verpflichtung zu Zweierteams ab. Statt starrer Personalvorgaben setzen sie auf flexible Lösungen vor Ort. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kündigte an, dass bis Ende April über Verbesserungen bei der Bahnhofsüberwachung entschieden werde. Gleichzeitig betonte er, dass die Regierung innerhalb des bereits beschlossenen Haushalts agiere und kaum Spielraum für zusätzliche Ausgaben habe.

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Der Streit lässt die Sicherheitsfragen für Zugbegleiter vorerst ungelöst. Die neuen Regelungen der Deutschen Bahn bleiben bestehen, doch die Gewerkschaften fordern weiter strengere Vorgaben. Die Verkehrsminister konzentrieren sich unterdessen auf den Ausbau der Videoüberwachung – statt auf einheitliche Personalstandards in ganz Deutschland.

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