24 March 2026, 10:28

Reutlinger Polizei und Feld X stärken NS-Aufarbeitung durch neue Partnerschaft

Eine Gruppe von Polizisten in Uniform und mit Mund-Nasen-Schutz steht vor einem Gebäude, einige halten Kameras, mit einem Banner, Geländern, Pflanzen, Bäumen und Deckenleuchten im Hintergrund.

Reutlinger Polizei und Feld X stärken NS-Aufarbeitung durch neue Partnerschaft

Neue Partnerschaft zur Aufarbeitung der NS-Geschichte in der Polizei

Die Polizeidirektion Reutlingen und die Initiative Feld X haben am 18. März 2026 eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um das Verständnis für die NS-Zeit unter Polizeibeamt:innen zu vertiefen. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die Bildungsarbeit durch die Ausstellung "Unbegrenzte Anatomie: Tübinger Wissenschaft und der Nationalsozialismus".

Die Ausstellung geht auf ein vierjähriges Forschungsprojekt zurück und gilt als zentraler Erinnerungsort an die NS-Herrschaft in Tübingen. Im Rahmen des landesweiten Programms "Strategische Partnerschaften für Demokratie und Toleranz", das 2024 ins Leben gerufen wurde, besiegelt die Vereinbarung die gemeinsamen Bemühungen, demokratische Werte und Toleranz in der Polizeiarbeit zu fördern.

Fünf Beamt:innen der Reutlinger Direktion wurden zu sogenannten "Strategischen Partner:innen" ausgebildet, um die Initiative zu leiten. Sie organisieren künftig regelmäßig Führungen durch die Ausstellung für Kolleg:innen sowie Gastvorträge und Besuche an historischen Orten, die mit der NS-Verfolgung verbunden sind.

Polizeipräsident Udo Vogel betonte die Bedeutung solcher Erinnerungsarbeit für die politische Bildung. Er verwies auf die Notwendigkeit, Beamt:innen die Gefahren vor Augen zu führen, die entstehen, wenn der Rechtsstaat ausgehebelt wird. Professorin Dr. Benigna Schön Hagen, Vertreterin der Initiative Feld X, lobte die Zusammenarbeit und dankte der Polizei für die Sicherung der Ausstellung über das Jahr 2027 hinaus.

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Das Projekt bietet zudem Fortbildungen für alle Mitarbeiter:innen an und stärkt so interkulturellen Austausch sowie demokratische Grundwerte.

Die Partnerschaft ermöglicht den Reutlinger Beamt:innen einen strukturierten Zugang zu historischer Bildung. Durch Ausstellungen, Vorträge und Ortsbegehungen soll das Bewusstsein für die NS-Verbrechen geschärft werden. Bisher liegen keine Informationen vor, ob andere Polizeidienststellen in Baden-Württemberg ähnliche Programme eingeführt haben.

Quelle