27 March 2026, 12:33

Solinger Bürger fordern mehr Transparenz bei geheimen Stadtrats-Sitzungen

Detailierte alte Karte von Zoffingen, Deutschland, zeigt Straßen, Gebäude, Bäume und Text auf vergilbtem Papier.

Solinger Bürger fordern mehr Transparenz bei geheimen Stadtrats-Sitzungen

Forderung nach mehr Transparenz in Solingens Kommunalpolitik gewinnt an Fahrt

Die Bürgerinitiative SG Zukunft setzt sich mit Nachdruck für strengere Regeln bei nichtöffentlichen Sitzungen des Stadtrats ein. Ihr zentraler Vorwurf: Vage Begründungen für geheime Beratungen untergraben das Vertrauen der Bevölkerung. Kern ihrer Forderung ist eine verbindliche Vorgabe: Jeder Tagesordnungspunkt, der hinter verschlossenen Türen behandelt wird, muss künftig eine klare, schriftliche Begründung für die Geheimhaltung enthalten.

Bisher ist es in Solingen gängige Praxis, dass Gremien und Ausschüsse des Stadtrats häufig unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagen – ohne dass detaillierte Protokolle angefertigt oder veröffentlicht werden. Es gibt keine umfassende Dokumentation, die zeigt, wie oft in den vergangenen fünf Jahren nichtöffentlich beraten wurde, und umstrittene Beschlüsse aus solchen Sitzungen sind für die Bürger nur schwer nachvollziehbar. Diese Intransparenz kritisiert SG Zukunft scharf: Geheimhaltung dürfe nur in absoluten Ausnahmefällen gelten – und selbst dann müsse sie vollständig begründet werden.

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Die Initiative stützt sich auf Paragraf 7 der Geschäftsordnung des Rates. Ihre zentrale Bedingung ist simpel: Fehlt es an einer ausreichenden Begründung oder gibt es keine rechtlichen Hindernisse, muss der Punkt in den öffentlichen Teil der Sitzung verschoben werden. Auch Jan Höttges, Fraktionsvorsitzender, teilt diese Bedenken: "Unklare oder pauschale Begründungen behindern die Transparenz und schwächen die demokratische Kontrolle."

Darüber hinaus fordert die Gruppe, dass schriftlich genau dargelegt werden muss, warum eine öffentliche Debatte im Einzelfall nicht möglich ist. Andernfalls, so ihr Argument, riskiere der Rat, gegen eigene Verfahrensregeln zu verstoßen und den Mitgliedern die Möglichkeit zu nehmen, Beschlüsse wirksam zu prüfen.

Ziel der Reformbestrebungen ist es, nichtöffentliche Beratungen auf ein Minimum zu beschränken und nur bei vollumfänglicher Begründung zuzulassen. Würden die neuen Regeln verabschiedet, müssten die Gremien ihre Gründe für den Ausschluss der Öffentlichkeit vorab klar dokumentieren. Befürworter sind überzeugt, dass diese Änderung das Vertrauen in die lokale Entscheidungsfindung stärken wird – durch mehr Sichtbarkeit und Rechenschaftspflicht.

Quelle